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Was man in Locorotondo sehen sollte
Locorotondo ist eine kleine Stadt in der Provinz Bari, die Besucher mit ihrer Altstadt begeistert, die von gewundenen Gassen und prächtigen weißen Gebäuden umgeben ist. Ihre typischen Häuser, mit charakteristischen geneigten Dächern und Kalksteinplatten gedeckt, folgen der kreisförmigen Form, von der die Stadt ihren Namen hat, und verleihen Locorotondo eine einzigartige und stimmungsvolle Atmosphäre.
Während Apulien für viele mit Meer verbunden wird, präsentiert sich Locorotondo als kulturelle, historische und künstlerische Entdeckungsreise, verbunden mit den kulinarischen Traditionen des apulischen Hinterlands. Diese kleine Stadt auf dem Hochplateau des Itria-Tals, ausgezeichnet mit der renommierten Orangen Flagge des Touring Club Italiano, erzählt Geschichten aus der Antike, die bis ins 9.–4. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen, und birgt in ihren engen Gassen ein reiches kulturelles und künstlerisches Erbe.
Der ideale Ausgangspunkt, um zu erfahren, was man in Locorotondo sehen sollte, ist zweifellos die Altstadt, das pulsierende Herz der Stadt, das sich durch romantische Gassen, alte Kirchen, barocke Paläste und kleine traditionelle Werkstätten schlängelt.
Beim Spaziergang durch die zentralen Straßen kann man die Magie der Stadt entdecken und die typischen Häuser von Locorotondo bewundern, die mit geneigten Dächern versehen sind, den sogenannten „Cummerse“. Das wahre Herz des Ortes offenbart sich auf der Piazza Vittorio Emanuele II, bekannt als „das Wohnzimmer der Stadt“, ein zentraler Punkt für jeden Stadtrundgang. Dieser Ort, einst als Piazza Castello bekannt, wird durch das imposante Porta Napoli erreicht, umgeben von prächtigen Gebäuden und geschmückt mit dem Wappen von Locorotondo im Boden.
Zwischen kleinen Handwerksläden kann man den Uhrturm bewundern, der die Skyline dominiert und Geschichten vergangener Zeiten erzählt. Erbaut 1819, diente der Turm einst als Sitz der Universität und des alten Parlaments von Locorotondo. Heute beherbergen die oberen Räume das wichtige städtische Archiv – ein Ort, der einst der Inhaftierung diente und nun der Bewahrung lokaler Geschichte gewidmet ist.
Nach diesem historischen Eintauchen ist eine erfrischende Pause in der Gelateria del Corso empfehlenswert, eine Genuss-Oase auf dem Corso XX Settembre, gegenüber dem Rathaus. Bekannt für seine handwerklichen Produkte, wird dieser Treffpunkt zum Paradies für Touristen und Einheimische, die hochwertige frische Eiscreme genießen.
Der Weg führt weiter zur Via Morelli, benannt nach dem gleichnamigen barocken Palast, der an die prächtigen Bauten von Martina Franca erinnert. Am Largo Soccorso erhebt sich die majestätische Kapelle Santa Maria del Soccorso, erbaut 1630, mit schlichter Fassade und dem Wappen der Familie Barossa, die dieses Kunstwerk in Auftrag gab.
Die Altstadttour endet hier noch nicht, denn an diesem Punkt befinden sich zwei architektonische und spirituelle Juwelen: die prächtige Chiesa Madre di San Giorgio und die kleine Chiesetta di San Nicola.
Der weiße Glockenturm der Chiesa Madre di San Giorgio Martire, dem Schutzpatron der Stadt geweiht, empfängt Besucher mit seiner Majestät. Die imposante Kuppel überragt die Dächer der Altstadt und ist schon von weitem sichtbar.
Zwischen 1790 und 1825 auf den Überresten zweier alter Kirchen erbaut, vereint diese wunderbare Attraktion verschiedene Stile und Epochen. Die Ingenieure Giuseppe Gimma und Nicola Fasano, beide gebürtig aus Locorotondo, waren für die Planung und die Innenarbeiten verantwortlich.
Die kürzlich restaurierte Struktur ermöglicht einen Blick auf die alten Fundamente der Heiligtümer, auf denen sie errichtet wurde, dank strategisch platzierter Glasplatten. Die Fassade, ein Musterbeispiel neoklassizistischer Architektur, zeigt eine Reliefdarstellung von San Giorgio im Kampf mit dem Drachen und an den unteren Ecken die Statuen von Petrus und Paulus. Der 47 Meter hohe Glockenturm zeigt an den vier Ecken des ersten Stockwerks die Figuren der drei Marien und die Veronika, ursprünglich Teil eines Polyptychons der Pietà aus der alten Kirche.
Innen entwickelt sich die Kirche auf einem griechischen Kreuzgrundriss mit einer beeindruckenden zentralen Kuppel von 35 Metern Höhe. Die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments auf der linken Seite beherbergt die Bibbia Pauperum mit 42 Tafeln biblischer Szenen, ein Erbe der früheren Kapelle aus dem 16. Jahrhundert. Die Apsis zeigt das imposante Gemälde Das letzte Abendmahl (1841) des neapolitanischen Malers Gennaro Maldarelli. Erwähnenswert sind auch die Werke der Madonna del Rosario (1769) von Francesco De Mauro. Jede Kapelle ist mit prächtigen barocken Altären aus Neapel ausgestattet.
Nicht weit entfernt befindet sich die bescheidene Chiesetta di San Nicola di Myra, ein verstecktes Juwel zwischen den weißen Gebäuden der Altstadt. Die Fassade mag schlicht wirken, doch das Innere birgt künstlerische Schätze.
Erbaut 1660, erzählt die bemalte Kuppel von Leben und Wundern des Heiligen Nikolaus von Myra. Die Architektur folgt dem Modell der ländlichen Kirchen auf der Murgia dei Trulli. Die Fassade ist schlicht mit kleinem Rosettenfenster und einem neu errichteten Glockentürmchen, das Dach eine typische „Cummersa“.
Das Innere mit einer einschiffigen tonnengewölbten Halle endet im erhöhten Presbyterium, gestützt von vier Säulen, die die halbkugelige Kuppel tragen. Rechts vom Altar befindet sich ein asymmetrisches Querhaus mit zwei miteinander verbundenen Räumen, eines ehemals vermutlich für Chor oder Kanzel genutzt. Das Besondere ist die Kombination zweier lokaler Architekturstile: Trullo und Cummersa.
Die Innenwände bieten gut erhaltene Wandmalereien mit lebhaften Farben nach der Restaurierung, die Szenen aus dem Leben und den Wundern von San Nicola darstellen.
Beide Heiligtümer, San Giorgio und San Nicola, berühren die Besucher durch die Verbindung von Geschichte, Kunst und Frömmigkeit und bereichern den Locorotondo-Rundgang mit zeitloser Schönheit.
Im charmanten Rahmen von Locorotondo liegen die Hauptattraktionen nah beieinander. Ein weiteres Muss ist die Villa Comunale Garibaldi, eine grüne Oase, ideal für Naturfreunde und Entspannung. Sie lädt zu ruhigen Spaziergängen oder Momenten der Kontemplation ein.
Die aktuelle Renovierung macht die Wege über Terrassen und mediterrane Vegetation begehbar. Heute bietet sie eine ruhige, einladende Atmosphäre, ideal für Familien, Paare oder Alleinreisende. Das Haupttor führt zum offenen Bereich mit dem Monument für die Gefallenen, umgeben von einem runden Weg. Hier säumen majestätische Bäume und bepflanzte Beete die Wege.
Historisch befand sich an diesem Ort eine Wiese mit drei Ulmen, wo 1665 ein berühmtes Duell zwischen lokalen Adligen stattfand. Offiziell wurde der Park 1860 von Bürgermeister Vittorio Aprile zu Ehren von Giuseppe Garibaldi angelegt und im Laufe der Jahre von anderen Bürgermeistern erweitert.
Für Weinliebhaber ist die Weinstraße DOC von Locorotondo nach Martina Franca ein absolutes Highlight. Sie führt durch das Itria-Tal, vorbei an malerischen Dörfern wie Alberobello, Martina Franca, Fasano, Cisternino, Ostuni, Ceglie Messapica und Crispiano.
Die Route bietet herrliche Ausblicke auf Weinberge, Mandelbäume, Olivenhaine und die charakteristischen Trulli. Zum Abschluss empfiehlt sich eine Weinverkostung bei Trulli il Castagno in Martina Franca, mit vier typischen Weinen und regionalen Antipasti.
Um Locorotondo voll zu erleben, sollte man mindestens einen Tag, besser ein ganzes Wochenende einplanen. So kann man die Gassen, Architektur und versteckten Details in Ruhe entdecken.